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Ganz Hitdorf - so schien es - feierte am Samstag sich und sein neues Dreigestirn. Prinz Michael I., Bauer Rolf und Jungfrau Dirkonia bestanden die Feuertaufe, sahen sich aber unverhofft prominenter Konkurrenz ausgesetzt. Hitdorf Sie mussten lange auf ihren Auftritt warten. In der Gaststätte der Hitdorfer Stadthalle tigerten Prinz, Bauer und Jungfrau umher. „Mit unseren Vorbereitungen sind wir zufrieden“, erzählte Prinz Michael I., der wie seine beiden Mitstreiter bereits körperlich und geistig begonnen hatte zu schwitzen: unter der üppigen Garderobe und wegen des Lampenfiebers. Von äußeren oder inneren Beeinträchtigungen war aber um halb zehn am Samstagabend nichts zu spüren. Nacheinander wurde das neue Dreigestirn auf die Bühne geholt. Rund zwei Minuten benötigte jeder für die rund 20 Meter von der Gaststätte bis zur Bühne. Prinz Michael (Libitowski), Bauer Rolf (Hafke) und Jungfrau Dirkonia (Dirk Nehrmann) nutzten die Zeit, um sich erste Freunde unter den Jecken zu machen, indem sie unterwegs rote Rosen verteilten. Nach seiner offiziellen Ernennung schritt das Trio zu seiner ersten musikalischen Kostprobe: Sie hatten das Karnevalslied der Räuber „He in Kölle am Rhing“ einfach in „He in Hedorp am Rhing“ umgedichtet. Eingebettet war die Proklamation in einen reichlich bunten Abend, in dessen Verlauf die Hitdorfer wieder ihren Anspruch, als Leverkusens karnevalistische Hochburg zu gelten, untermauerten: Natürlich platzte die Stadthalle aus allen Nähten, natürlich stieg die Stimmung in kürzester Zeit von null in den roten Bereich - gerade so, als ob die letzte Session hunderte und nicht nur neun Monate zurückgelegen hätte. Hitdorf scheint so überversorgt mit guter Laune und Karnevalisten zu sein, dass der Vorsitzende der „Hetdörper Mädche un Junge“ Walter Gerhards Leverkusen kurzerhand noch ein eigenes Dreigestirn spendierte: bestehend aus Oberbürgermeister, Bürgermeisterin und Bürgermeister. Als Ernst Küchler und Karl Schweiger um zehn Uhr auf die Bühne gebeten wurden, ahnten die beiden nichts von der bevorstehenden Beförderung - nur Irmgard Goldmann war eingeweiht worden. Kurzerhand wurden sie zum Narrentrio umdekoriert. Dabei beließen es die Gastgeber (leider?) bei der naheliegendsten Ämterverteilung: Prinz Ernst, Bauer Karl, Jungfrau Irmgard. Prinz Ernst („Meine Frau hat verboten, dass ich mal Prinz werde“) revanchierte sich für die Beförderung mit den Worten: „Wenn die Proklamation des Leverkusener Prinzen nur halb so stimmungsvoll wird wie die heutige, dann wird sie ein großes Ereignis.“ Bauer Karl spendierte ein bodenständigeres, ebenso herzliches Lob: „Es ist herrlich, schön und eine Ehre, hier als Bekloppter unter Bekloppten Karneval zu feiern.“ Quelle: Rheinische Post ROMAN ZILLES
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