„Erich, der frohe Gottesmann“

Ritter 2006

„Erich, der frohe Gottesmann“ Foto: Uwe Miserius


„Erich, der frohe Gottesmann“

Humorritter Nummer 53 wird der Manforter Erich Läufer. Gestern stellte die Tafelrunde ihn offiziell vor. Launig, witzig, geistreich präsentierte sich der 77-Jährige und überzeugte von der Richtigkeit seiner Nominierung.
Der Prälat sprach drauf los, als ob er bereits in der Bütt stünde. Anekdoten aus seiner Zeit als Lehrer: Wie er einem beleibten Jungen zu einer Drei im Bocksprung verholfen hat. „Ich hab’ zwei kräftige Jungs Hilfestellung geben lassen, die haben ihn dann über den Bock gezogen.“ Oder aus seiner Zeit als aktiver Fußballer: Wie er Amtskollegen „zehn Mark in die Hand“ drückte, damit sie sonntags seine Kindstaufe übernahmen und er Kicken gehen konnte. Oder als er dank seiner priesterlichen Amtstracht vor dem Sportgericht milde Strafe für seine Mannschaftskollegen erwirkte. Fünf Spieler (einschließlich Läufer) waren vom Platz geflogen. Als der Schiedsrichter den Priester bei der Verhandlung über die roten Karten sah, war dieser erstaunt. „Mensch“, sei es dem Schiedsrichter entfahren. „Warum haben Sie denn nicht gleich gesagt, dass Sie Priester sind. Ich bin doch auch katholisch.“
Launig, witzig, aber geistreich, so gab sich gestern Erich Läufer bei seiner Präsentation als Ritter des Humors. „Erich, der frohe Gottesmann“ wird als 53. Humorritter geführt. Ordenskanzler Peter Klug strahlte an Läufers Seite. Selten dürfte sich die Tafelrunde bereits nach der Vorstellung eines Ritters so sicher gewesen sein: Ja, wir haben die richtige Wahl getroffen.
Läufers Leben, er ist 77 Jahre alt, hat viele Kapitel: geboren in Aachen, mit drei Jahren Umzug nach Manfort; Theologie- und Philosophie-Studium, Priesterweihe 1953 in Köln; Religion- und Sportlehrer in Düsseldorf; Dozent am Erzbischöflichen Diakoneninstitut Köln; Buchautor; Leiter des Thomas-Bildungswerkes; Bezirkspräses der St. Sebastianusschützen; Ehrendomherr; biblischer Archäologe; aktiv um die Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland bemüht; seit 15 Jahren Chefredakteur der Kölner Kirchenzeitung; Bergsteiger; Dauerkarteninhaber des TSV Bayer.
Geschätzt wird er auch wegen seiner Fähigkeit zur geschliffenen Rede und seinem rheinischen Humor. Mit Letzterem geizte Läufer auch gestern nicht. Gedrängt habe er sich nicht nach dem Ritterschlag. „Ich habe früher schon überlegt: Ritter des Humors? Was soll das eigentlich?“ Und leider habe ihm die Tafelrunde erst nach seiner Zusage gesagt, „was das überhaupt alles kostet.“ Schließlich räumte Läufer aber ein, dass es ihn das Amt tatsächlich mit Stolz erfülle. Zudem sei es eine günstige Gelegenheit zu zeigen, „dass Kirchenleute auch lachen können und das Christentum keinen Grund hat, das Lachen zu verlieren.“
Gestern wollte der Manforter noch Kardinal Meisner von seiner neuen Berufung erzählen. Weder von Meisner noch von sonst jemand rechnet Läufer mit Kritik wegen der Verquickung von Karneval und Kirche. Für Klamauk sei er schließlich nicht zu haben.
Zudem gehe er „ohne missionarischen Impetus“ an die Aufgabe heran. Seinen Glauben will er als Humorritter nicht offensiv vor sich her tragen.
„Aber“, sagt Läufer, „wenn abends um 23 Uhr auf dem Kneipenhocker das Gespräch in die religiöse Kurve geht“, dann werde er sich dem Thema natürlich nicht verschließen.


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