Die Karnevalisten der Stadt spekulierten fleißig, wen die Tafelrunde als neuen „Ritter des Humors“ küren würde. Viele glaubten, die Wahl würde auf Ordensvizekanzler Peter Seydel fallen. „Als ich das hörte, musste ich schmunzeln“, erklärte Hans Günther gestern bei seiner Vorstellung im „Best Western Hotel“. Denn es stand lange fest, dass er der nächste Ritter wird. „Klasse, dass alle so still gehalten haben“, freut sich der Augenoptikermeister, der als Ritter „„Hans der Weitsichtige“ genannt werden wird.
Für sein Ja-Wort an die Tafelrunde hatte sich Günther im Frühjahr einen Monat Bedenkzeit erbeten. Zu sagte er erst, als auch Gattin Elisabeth ihr okay gab. „Sie scherzte, ich würde doch ohnehin machen, was ich wolle. Aber ohne ihre Einwilligung wäre ich nicht Ritter geworden“, erklärte der in Wetter an der Ruhr geborene Wahl-Schlebuscher, der den Karneval in Schlebusch entscheidend mitgeprägt hat. 14 Jahre war er Mitglied von Grün-Weiß Schlebusch.
Während seiner Zeit als Vorsitzender der Werbe- und Fördergemeinschaft war er entscheidend bei der Geburt des Schull- und Veedelszochs beteiligt. Und als Vorsitzender des Fußball-Klubs SV Schlebusch hat er dem Stadtteil mit der „schwarz-gelbe Nacht“ einen kleinen, doch äußerst beliebten Kostümball beschert. Diese Veranstaltung, die er für gewöhnlich leitet, muss in der kommenden Session verschoben werden. Denn sie ist für den 13. Januar geplant. An diesem Tag wird Günther jedoch zum Ritter des Humors geschlagen.
Einer der Hauptbeweggründe für den jecken Optiker war die Situation der Tafelrunde. „Nach vielen Querelen wird nun ein Neuanfang gewagt. Ich möchte dabei mithelfen“, versicherte er. Er hofft, dass schon zu seinem Ritterschlag einige Ex-Ritter der verselbstständigten Tafelrunde beitreten, die dies bislang noch nicht getan haben.
Ohnehin hat Hans Günther der Karneval nie so ganz losgelassen. „Wer einmal Jeck ist, der bleibt es auch sein Leben lang“, ist er überzeugt. Wobei seine Erfahrung mit der Damensitzung im Schlebuscher Festzelt ihm einen Unterschied bei den Geschlechtern offenbart haben: „Frauen können einfach noch besser Fastelovend fiere als Männer“.
Dennoch hofft er unabhängig von Geschlecht oder Heimatstadtteil auf die Unterstützung aller Jecken, da er sich trotz seiner Begeisterung für Schlebusch als Leverkusener fühlt.
„Jeder sollte stolz auf seinen Stadtteil sein. Trotzdem sind wir alle Leverkusener“, betonte er. Und so schlägt denn sein Fußballerherz auch nicht nur für seinen SVS, sondern auch für die Bundesliga-Kicker von Bayer 04. Text: Tobias Krell
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Ritter 2007 "Hans der Weitsichtige"
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